-Leuchtturm Roter Sand - Nordsee
53° 51' 18'' N 008° 04' 54'' E
Leuchtturm Roter Sand
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Technische Daten:
Feuerhöhe:  24 m
Bauwerkshöhe: 28 m (Überwasserbereich) 52,5 m Gesamthöhe mit Unterwasserteil
Kennung: gelöscht
Tragweite: W10 R7 G6 SM
in Betrieb: 1885-1986
Feuertyp: See-, Leit- und Quermarkenfeuer
Optiktyp: Gürtellinse
Einer der wohl Weltweit bekanntesten und am häufigsten abgebildeten Leuchttürme Deutschlands, wenn nicht sogar der Welt. Baubeginn für diesen ersten Offshorebau der Welt, denn der Turm steht nicht auf einem Riff oder Felsen, sondern auf dem Meeresgrund war 1881 in der Aussenweser. Schon im Herbst des gleichen Jahres gab es den ersten Rückschlag zu verzeichnen. Kurz nach Mittag am 13.Oktober 1881 brach der Stahlmantel des Caissons mit dem der Turm auf dem Meeresboden gegründet werden sollte auseinander. Erst im Mai 1883 unternahm man den zweiten Versuch mit einem neuen Senkkasten. Über zwei Winter unter schweirigsten Bedingungen wurden die Arbeiten am Turm durchgeführt. Am 11. November 1885 wurde der Turm in Dienst gestellt. Und erhellte mit seinem Licht aus Petroleumbrenner fortan die ihn umgebenden Wasser. Die Kennung wurde mit einem Uhrwerk erzeugt, mit welchem die Otterblenden vor den Laternenfenstern betrieben wurden. In den frühen Jahren seiner aktiven Dienstzeit wurde er zu einem Symbol des Abschieds für die vielen Auswanderer die von Bremerhaven aus, ihre Reise in dei neue Welt, ihre neue Heimat antraten. Denn der Turm war das letzte Stück Deutschland auf dem Seeweg nach Amerika, ein letzter Gruss. Fand einer den Weg zurück nach Deutschland, war der Rote Sand das erste Stück Heimat, Wegweiser nach Hause ...
1964, den technischen Anforderungen der neuen Zeit nicht mehr gewachsen, mit beschädigtem Fundament, wird er Turm durch seinen Nachfolger, den Leuchtturm Alte Weser ersetzt. Der Turm wird, nach 79 Jahren Dienst für die Schifffahrt, mangels realisierbaren Plänen der Weiterverwendung, dem Verfall preisgegeben. Armer Roter Sand. Erst Ende der 70er Jahre setzt sich die Bremer Bürgerschaft für die Erhaltung des Turmes ein. Verschiedene Aktionen folgen, die in der Gründung des Fördervereins "Rettet den Leuchtturm Roter Sand e. V." und die Übergabe des Turmes aus dem Bundesvermögen an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz . Die gesammelten und gespendeten Gelder wurden nach einer Idee des Dipl. Ing Seedorf des Wasser und Schiffahrtsamtes zur Sanierung des Turmes, insbesondere die Sicherung des Unterwasserbereichs durch eine Stahlummantelung, verwendet. Am 1. Oktober 1987 wurde der riesige Stahlmantel an einem Schwimmkran hängend nach langen Vorbreitungen zum Turm gefahren und dort über den Turm gestüplt und auf den Grund abgesetzt. Das war die Rettung ... anschließend wurde der Senkkasten mit Beton verfüllt. Als leuchtendes Seezeichen hat der Turm seinen Dienst eingestellt, aber er ist nach wie vor eine unverwechselbare Tagesmarke.
Der Turm ist eine Stahlkonstruktion bestehend aus fünf Etagen, zählt man die Laternenebene mit . Die unterste Etage kann man nur über eine Leiter außen erreichen. Die Türschwelle befindet sich 6,39 Meter über Normalnull. Man gelangt zunächst in das Kellergeschoß, unterhalb des Kellergeschoßes befinden sich die Zisternen, in denen Trinkwasser gespeichert wurde. In der nächsten Etage befinden sich die Schlafräume. Etage 3 beinhaltet die Küche und die Essecke. Darüber in der 4. Etage befindet sich der Dienstraum. Von dort aus geht es über eine Wendeltreppe im Nordosterker des Nebenfeuers in die oberste Etage, die Laternenebene mit Laternenraum für das Haupt- und ein Nebenfeuer. Die Beiden anderen Erker enthielten auch Nebenfeuer, der südliche wie der nordwestliche je ein Festfeuer. Der Turm hatte eine ähnliche Ausstattung wie der Turm in Dorum, auch hier war in den innen mit Holz verkleideten Stahlturm, keine Heizung eingebaut worden. Die einzige Wärmequelle war der Ofen in der Küche. Es muß also im Winter ein bischen kalt gewesen sein auf dem Turm. Auf der Schlafebene gibt es 9 Kojen, die wie in einen Alkovenschrank eingebaut sind. Unter dem enormen Wellendruck bei Stürmen erzitterte der Turm wie eine Glocke, pfeifender Wind, donnerndes Meer haben bestimmt an den Nerven gezerrt. Unterhaltungsmöglichkeiten wie Radio oder Fernsehen gab es ja noch nicht, da hatte man viel Zeit zum Nachdenken und Buddelschiff bauen.
1896 erhielt der Turm über ein Kabel von Wangerooge, welches ca. 6 Seemeilen entfernt liegt, elektrischen Strom. Die im südlichen und nordöstlichen Erker gelegenen Feuer wurden gelöscht. 1904 aber stellte man den Turm wieder auf Petroleum um, da die Versorgung mit Strom immer wieder ausfiel. Erst in den 40er Jahren wurde der Turm wieder auf Strom umgestellt. Nach der in Dienststellung seines Nachfolgers kam die degradierung, das Hauptfeuer wurde gelöscht, die Wärter abgezogen. Ein Quermarkenfeuer im Fahrwassers Alte Weser behielt der Turm genau wie ein Gegefeuer zum Leuchtturm Hohe Weg.
Seit Juni 1999 kann man, wenn man möchte auf dem Turm übernachten. Informationen dazu kann man auf den Seiten:

Informationen:

Förderverein "Rettet den Leuchtturm Roter Sand e.V."

www.rotersand.de

Eine weitere Roter Sand Seite

www.roter-sand.de

Buchung nur über:

www.bremerhaven-tourism.de

Schaukasten mit der Darstellng der Rettungsaktion ...
der Stahlring wird mit zwei Schwimmkränen über den Turm gestülpt. Anzusehen im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven.
Die Nebelglocke aus dem Turm im DSM
Das Werk der Nebelglocke. Die Nebelglocke tat zwischen 1888 und 1964 ihren Dienst. 3 aufeinander folgende Schläge alle 40 Sekunden. Die Gewichte liegen im Turmschacht nach unten und mußten durch die Leuchtturmwärter alle 2 Stunden aufgezogen werden.
Leuchtturmmodelle im DSM. Von links nach rechts: Büsum; Sylt Ellenbogen W/E; Cuxhaven; Helgoland; Helgoland Düne; Roter Sand; Bremerhaven Unterfeuer und Oberfeuer.
Ein typisches Bild vom Roten Sand, auch ausgestellt im DSM.
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www.leuchtfeuerseiten.de
26.12.2005