-Phare d' Eckmühl - Wächter am Atlantik
N47°47'9'' W004° 22' 4''

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Frankreich
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Technische Daten:
Feuerhöhe:  60 m
Bauwerkshöhe: 65 m
Kennung: Fl (1) W 5s *
Tragweite: 23 SM
Baujahr: 1897
Optik: doppelte Fresnellinse
Feuertyp: Seefeuer
* ein Blitz alle 5 Sekunden
Eine Etappe auf der Reise zum Licht.

Ein wunderschöner Leuchtturm, ein Beispiel von Standhaftigkeit und Stabilität, einer der größten Türme Frankreichs, reich an Details so präsentiert sich der Leuchtturm Eckmühl in Penmarc'h in der Bretagne.

Treppenhaus von oben nach untenEingang zum TurmBlick von der Galerie auf den alten LeuchtturmLaterne und Optik
Der alte Leuchtturm von Penmarc'h sollte gegen einen neuen leistungsfähigeren Leuchtturm getauscht werden. Die Pläne waren 1890 bereits fertiggestellt, der neue 54 Meter hoch projektierte Turm wurde 1892 gebilligt und der Bau sollte beginnen.

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Doch im Herbst des gleichen Jahres starb die Marquise de Blocqueville, Adèlaïde Luise Davout von Eckmühl in einem Hotel in Paris. Ihr Vater, Marschall Louis Nicolas Davout (1770-1823), war Marschall und Kriegsminister unter Napoleon. Nach seinen Siegen bei Eckmühl und Wagram erhielt er den Titel Fürst von Eckmühl.

Marquise de Blocqueville

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Seine Tocher schrieb in ihr Testament, dass es ihr erster und teuerste Wille sei, einen Leuchtturm an der dunkelsten und gefährlichsten Stelle der französischen Küste zu errichten. Sie wollte ihrem Vater ein bleibendes Denkmal setzten. Vor allem aber befürchtete sie, die den Krieg verabscheute, weitere Kriege in Europa, sie wollte dem Schiksal an anderer Stelle mit diesem Turm Leben abkaufen, in dem der Turm Leben aus dem Sturm des Meeres retten sollte.

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Das Testament stellte einem zu bildenden Gremium 300.000 Franc zur Verfügung. Die Wahl fiel auf den Standort bei Penmarc'h. Der bereits fertige Entwurf des eigentlich für diesen Standort vorgesehenen Turmes wurde verworfen und das Seezeichen in seiner heutigen Form konstruiert. 1893 wurde das Grundstück gekauft, 1894 begann der Bau.

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Am 17. Oktober 1897 wurde der Turm dann eingeweiht, die aus dem Testament zur Verfügung stehenden 300.000 Franc reichten aber bei weitem nicht aus. Stattliche 650.000 Franc schlugen dafür zu Buche. Doch man schreckte vor dieser Ausgabe nicht zurück, allein die präzisen und lichtstarken Optiken, machten den technologischen Vorsprung Frankreichs auf diesem Gebiet klar. Die insgesamt auf der ganzen Welt verbauten französischen Optiken auf Leuchttürmen, machen klar welch werbewirksame Maßnahme der Bau eines so kräftig leuchtenden Seezeichens war. So kann man die wunderbaren Leuchttürme auch als Werbeträger ihrer eigenen Technologie sehen. Firmen wie Henry LePaute und BBT aus Paris, deren Optiken rund um die Welt Einsatz fanden, waren Marktführer. Einen standhaften Turm hatte sich die Marquise de Blocqueville in ihrem Testament gewünscht, und 1997 feierte ihr Turm, der gewiss vielen Menschen das Leben gerettet hat, seinen 100 sten Geburtstag. Seine solide Konstruktion aus Granit wird ihm sicher noch viele Geburtstage bescheren und damit erfüllt sich der Wunsch aus dem Nachlass, ein bleibendes Denkmal zu schaffen das dem Schiksal Leben abringen kann.

Treppenhaus von unten nach obenMaschinen, Wärter und LagerhausBlick vom Turm auf den HofBilder auf der Mauer rund um den Turm
Die Besichtigung des Turmes ist während der Tagesstunden möglich. Der Besuch ist kostenlos. Die anwesende Aufsichtsperson beantwortet gerne Fragen zum Turm und freut sich über ein kleines Trinkgeld beim Ausgang.

Müht man sich das schier endlos wirkende Treppenhaus mit 308 Stufen hinauf, dann kann man bei gutem Wetter einen wahrlich tollen Ausblick auf das Meer und das umliegende Land geniessen.

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Claudia & Mike Hovorka
Letzte Änderung 06.03.2005